Was ist das?
NeuanFANg ist ein teilstationäres Projekt zur Vermeidung von Unterbringung bzw. Rückführung von untergebrachten Kindern in ihr elterliches Zuhause.
In einem Zeitraum von maximal sechs Monaten arbeiten bis zu acht Familien gemeinsam in einer Gruppe an den Themen, die zum Eingreifen des Jugendamtes geführt haben. Wir sehen die Familien als Experten sowohl für ihre eigenen als auch für die Probleme der jeweils anderen Familien an.
Im Verlauf der Arbeit entsteht ein soziales Netzwerk, in welchem durch gegenseitige Rückmeldungen und Erprobung neue Handlungsstrategien entwickelt und eigene Lösungen gefunden werden.
Neuanfang hat sich als besonders nachhaltiges Projekt erwiesen, da die Familien für sich passgenaue und langfristige Strategien entwickeln.
Wir haben drei freie Plätze.
Wochenplan
Die Gruppe arbeitet an 3 Tagen in der Woche von 9.00 – 15.00 Uhr vor Ort. Die Kinder behalten ihren Kitaplatz. Wenn Ziele erreicht sind, kommen die Familien immer weniger zu neuanFANg und die Kinder gehen an mehr Tagen in die Kita. Das wird immer mit den Eltern, der Kita und dem Jugendamt abgesprochen.
Einmal wöchentlich nehmen nur die Eltern am „Leuchtturm-Programm“ teil, in welchem das Einfühlen in die Bedürfnisse und das emotionale Erleben der Kinder im Vordergrund stehen. An diesem Tag sind die Kinder mit Kita-Platz in ihren Kitas.
Team
Unser Team ist multiprofessionell durch einen Psychologen, eine Rehabilitationspädagogin und Sozialpädagoginnen besetzt. Mehrere Mitarbeiter*innen verfügen über eine Zusatzqualifikation in systemischer Familientherapie und/oder Multifamilientherapie (MFT). Verstärkt wird das Team durch eine Kunsttherapeutin.
Mehr zu der Arbeit von neuanFANg erfahren Sie im 30-minütigen Audio-Feature auf der Website der Systemischen Gesellschaft.
Hier finden Sie alle Informationen zur Aufnahme, den Aufnahmevoraussetzungen und dem Ablauf der Aufnahme.
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Voraussetzungen für die Aufnahme sind
- das Jugendamt sieht eine akute Kindeswohlgefährdung und nimmt die Kinder in Obhut oder die Eltern stellen einen Antrag auf stationäre Unterbringung ODER
- das Jugendamt sieht eine latente Kindeswohlgefährdung und erteilt klare Auflagen, deren Nichterfüllung eine Herausnahme der Kinder zur Folge haben würde ODER
- die Kinder leben in Kurzzeitpflege/ stationärer Unterbringung und es ist zu klären, ob sie zurückgeführt werden können.
Damit entsteht ein Zwangskontext, der die Eltern motiviert, sich mit der Kritik von außen und der gesehenen Kindeswohlgefährdung auseinander zu setzen und Alternativen zu entwickeln.
Im Prozess der Auseinandersetzung und der Entwicklung alternativer Lebensstrategien ist neuanFANg eine mögliche Hilfeleistung der Jugendhilfe.
Wenn die Aufnahmevoraussetzungen gegeben sind, folgt der Ablauf idealtypisch folgenden Regeln:
- es gibt eine Entscheidung des RSD
- Information durch den RSD an die Familie und Übermittlung der Kontaktdaten von neuanFANg
- Information des RSD an neuanFANg (Name der Familie, Anzahl der Kinder und Terminabsprachen)
- Familie vereinbart Termin in der Gruppe
- Infoaustausch der Familie mit anderen Eltern der Gruppe und Gespräch der Eltern mit Mitarbeitern von neuanFANg zu Rahmenbedingungen, Anwesenheitspflicht, Entschuldigung bei Krankheit etc.
- Entscheidung der Familie
- Rückmeldung an den RSD durch neuanFANg und Familie
- Antrag der Familie
- Informationen des RSD an neuanFANg über professionelles Netzwerk
- Netzwerktreffen
- Aufnahme in neuanFANg
Kontakt
Nachbarschaftshaus
Ribnitzer Str. 2b
13051 Berlin
Rüdiger Zutz
- +49 (0) 1590 – 448 45 67
- zutz@familienanlauf.de